Straf­an­dro­hung

In ihrem Arti­kel 7 regelt die UN-Kon­ven­ti­on gegen das Ver­schwin­den­las­sen von Per­so­nen die Strafandrohung.

Dabei ver­pflich­tet Arti­kel 7 die Ver­trags­staa­ten nicht zu einem bestimm­ten Straf­rah­men, son­dern for­dert – wie schon Arti­kel 4 Absatz 1 der Dekla­ra­ti­on von 1992 – eine ange­mes­se­ne Stra­fe, die die außer­or­dent­li­che Schwe­re der Straf­tat berück­sich­tigt. Dabei gesteht die UN-Kon­ven­ti­on ihren Ver­trags­staa­ten auch zu, mil­dern­de und erschwe­ren­de Umstän­de festzulegen.

Arti­kel 7
(1) Jeder Ver­trags­staat bedroht die Straf­tat des Ver­schwin­den­las­sens mit ange­mes­se­nen Stra­fen, wel­che die außer­or­dent­li­che Schwe­re der Straf­tat berücksichtigen.

(2) Jeder Ver­trags­staat kann

  1. mil­dern­de Umstän­de vor­se­hen, ins­be­son­de­re für Per­so­nen, die zwar an der Bege­hung eines Ver­schwin­den­las­sens mit­ge­wirkt haben, aber wirk­sam dazu bei­tra­gen, die ver­schwun­de­ne Per­son lebend auf­zu­fin­den, oder es ermög­li­chen, Fäl­le von Ver­schwin­den­las­sen auf­zu­klä­ren oder die Täter eines Ver­schwin­den­las­sens zu identifizieren;
  2. unbe­scha­det ande­rer straf­recht­li­cher Ver­fah­ren erschwe­ren­de Umstän­de vor­se­hen, ins­be­son­de­re im Fall des Todes der ver­schwun­de­nen Per­son oder des Ver­schwin­den­las­sens von schwan­ge­ren Frau­en, Min­der­jäh­ri­gen, Per­so­nen mit Behin­de­run­gen oder ande­ren beson­ders ver­letz­li­chen Personen.

In Deutsch­land ist in den ein­schlä­gi­gen Straf­vor­schrif­ten eine Straf­an­dro­hung von ein bis zehn Jah­ren Frei­heits­stra­fe bei einer qua­li­fi­zier­ten Frei­heits­be­rau­bung gemäß § 239 Absatz 3 StGB, ggf. auch in Ver­bin­dung mit § 357 StGB, vorgesehen.

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