Inner­staat­li­che Umset­zung und Aufklärung

Die UN-Kon­ven­ti­on gegen das Ver­schwin­den­las­sen von Per­so­nen ent­hält in ihren Arti­keln 22 und 23 eine Rei­he von Rege­lun­gen, wel­che in den Ver­trags­staa­ten die inner­staat­li­che Umset­zung der Kon­ven­ti­on sicher­stel­len sollen.

Nach Arti­kel 22 der UN-Kon­ven­ti­on gegen das Ver­schwin­den­las­sen muss jeder Ver­trags­staat die erfor­der­li­chen Maß­nah­men ergrei­fen, um prä­ven­tiv und repres­siv gegen Behin­de­run­gen oder Ver­schlep­pun­gen im Zusam­men­hang mit bestimm­ten der im Über­ein­kom­men vor­ge­se­he­nen Rechts­be­hel­fe, ande­ren Ver­säum­nis­sen und Wei­ge­run­gen vor­zu­ge­hen. Dar­über hin­aus ver­pflich­tet Arti­kel 22 die Ver­trags­staa­ten noch­mals aus­drück­lich zur Bereit­stel­lung der in der Kon­ven­ti­on ent­hal­te­nen Rechts­be­hel­fe und Gewährleistunge.

Arti­kel 23 der UN-Kon­ven­ti­on gegen das Ver­schwin­den­las­sen von Per­so­nen ver­pflich­tet in ihrem Absatz 1 die Ver­trags­staa­ten, alle mit dem Ver­schwin­den­las­sen poten­ti­ell in amt­li­cher Funk­ti­on in Berüh­rung kom­men­de Per­so­nen über die Rege­lun­gen die­ses Über­ein­kom­mens auf­zu­klä­ren und ent­spre­chend zu schulen.

Die Ver­trags­staa­ten müs­sen nach Arti­kel 23 Absatz 2 der UN-Kon­ven­ti­on sicher­stel­len, dass Anord­nun­gen, durch die das Ver­schwin­den­las­sen geför­dert wird, ver­bo­ten wer­den und dass eine Per­son, die einer ent­spre­chen­den Anord­nung kei­ne Fol­ge leis­tet, nicht bestraft wird. Mit die­ser Bestim­mung lehnt sich die UN-Kon­ven­ti­on gegen das Ver­schwin­den­las­sen an Arti­kel 6 der Dekla­ra­ti­on von 1992 an.

Außer­dem müs­sen nach Arti­kel 23 Absatz 3 der UN-Kon­ven­ti­on Vor­keh­run­gen geschaf­fen wer­den, dass alle Per­so­nen, die mit dem Ver­schwin­den­las­sen poten­ti­ell in amt­li­cher Funk­ti­on in Berüh­rung kom­men, ein schon statt­ge­fun­de­nes oder geplan­tes Ver­schwin­den­las­sen geeig­ne­ten Stel­len mitteilen.

Arti­kel 22
Unbe­scha­det des Arti­kels 6 trifft jeder Ver­trags­staat die erfor­der­li­chen Maß­nah­men, um das fol­gen­de Ver­hal­ten zu ver­hin­dern und zu ahnden:

  1. die Behin­de­rung oder Ver­schlep­pung der Rechts­be­hel­fe nach Arti­kel 17 Absatz 2 Buch­sta­be f und Arti­kel 20 Absatz 2;
  2. das Ver­säum­nis, der Pflicht nach­zu­kom­men, alle Frei­heits­ent­zie­hun­gen in ein Regis­ter ein­zu­tra­gen, sowie die Ein­tra­gung von Infor­ma­tio­nen, deren Unrich­tig­keit dem für das amt­li­che Regis­ter zustän­di­gen Bediens­te­ten bekannt war oder hät­te bekannt sein müssen;
  3. die Wei­ge­rung, Aus­künf­te über eine Frei­heits­ent­zie­hung zu ertei­len, oder das Ertei­len unrich­ti­ger Aus­künf­te, obwohl die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für das Ertei­len die­ser Aus­künf­te erfüllt sind.

Arti­kel 23
(1) Jeder Ver­trags­staat stellt sicher, dass die Aus­bil­dung des mit dem Geset­zes­voll­zug betrau­ten zivi­len und mili­tä­ri­schen Per­so­nals, des medi­zi­ni­schen Per­so­nals, der Ange­hö­ri­gen des öffent­li­chen Diens­tes und ande­rer Per­so­nen, die mit dem Gewahr­sam oder der Behand­lung einer Per­son, der die Frei­heit ent­zo­gen ist, befasst wer­den kön­nen, den erfor­der­li­chen Unter­richt und die erfor­der­li­che Auf­klä­rung über die ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen die­ses Über­ein­kom­mens umfasst, um

  1. die Betei­li­gung die­ser Bediens­te­ten an Fäl­len von Ver­schwin­den­las­sen zu verhüten;
  2. die Bedeu­tung der Ver­hü­tung und der Ermitt­lun­gen in Bezug auf das Ver­schwin­den­las­sen zu unterstreichen;
  3. sicher­zu­stel­len, dass die Dring­lich­keit der Auf­klä­rung der Fäl­le von Ver­schwin­den­las­sen aner­kannt wird.

(2) Jeder Ver­trags­staat stellt sicher, dass Anord­nun­gen oder Anwei­sun­gen, durch die ein Ver­schwin­den­las­sen vor­ge­schrie­ben oder geneh­migt oder dazu ermu­tigt wird, ver­bo­ten wer­den. Jeder Ver­trags­staat gewähr­leis­tet, dass eine Per­son, die sich wei­gert, einer sol­chen Anord­nung Fol­ge zu leis­ten, nicht bestraft wird.

(3) Jeder Ver­trags­staat trifft die erfor­der­li­chen Maß­nah­men, um sicher­zu­stel­len, dass die in Absatz 1 bezeich­ne­ten Per­so­nen, die Grün­de für die Annah­me haben, dass ein Ver­schwin­den­las­sen statt­ge­fun­den hat oder geplant ist, dies ihren Vor­ge­setz­ten und, falls erfor­der­lich, den geeig­ne­ten Behör­den oder Stel­len mit ent­spre­chen­den Kon­troll- oder Ent­schei­dungs­be­fug­nis­sen mitteilen.

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