Frü­he­re UN-Reso­lu­tio­nen gegen das Verschwindenlassen

Aus men­schen­recht­li­cher Sicht ist das Ver­schwin­den­las­sen ein schwer zu fas­sen­der Vor­gang, um des­sen Bekämp­fung sich die Ver­ein­ten Natio­nen schon seit Jahr­zehn­ten bemühen.

Im Dezem­ber 1978 kam es zu einer Reso­lu­ti­on der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen (Reso­lu­ti­on 33/​173 vom 20. Dezem­ber 1978), in der die­se “ihre tie­fe Betrof­fen­heit über Berich­te aus ver­schie­de­nen Tei­len der Welt betref­fend Akte des gewalt­sa­men Ver­schwin­den­las­sens von Per­so­nen” zum Aus­druck brachten.

Infol­ge die­ser Reso­lu­ti­on wur­de auf Initia­ti­ve Frank­reichs eine Arbeits­grup­pe für erzwun­ge­nes oder unfrei­wil­li­ges Ver­schwin­den (WGEID) mit Reso­lu­ti­on 20 (XXXVI) vom 29. Febru­ar 1980 der UN-Men­schen­rechts­kom­mis­si­on gegrün­det. Die WGEID war nicht nur mit einem bis dahin übli­chen auf ein Land beschränk­ten Man­dat aus­ge­stat­tet, son­dern mit einem uni­ver­sel­len Man­dat und wur­de damit zum ers­ten soge­nann­ten the­ma­ti­schen Mecha­nis­mus im Rah­men der Ver­ein­ten Nationen.

In ihrer Reso­lu­ti­on 47/​133 vom 18. Dezem­ber 1992 nahm die Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen die Erklä­rung über den Schutz aller Per­so­nen vor dem Ver­schwin­den­las­sen (Dekla­ra­ti­on von 1992) an. Die­se Erklä­rung ent­hielt einen Grund­satz­ka­ta­log für alle Staa­ten, hat­te aber nur emp­feh­len­den Cha­rak­ter und war als soge­nann­tes Soft-law-Instru­ment recht­lich nicht verbindlich.

Daher unter­nah­men nur weni­ge Staa­ten Schrit­te, um die dar­in ent­hal­te­nen Stan­dards zu erfül­len, eine Ent­wick­lung, die in der Fol­ge zur Ver­ab­schie­dung der UN-Kon­ven­ti­on gegen das Ver­schwin­den­las­sen führ­te.

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