Internationales Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen

Absolutes Verbot des Verschwindenlassens

459px-DesaparecidosIn Artikel 1 Absatz 1 ver­bi­etet die UN-Kon­ven­tion das Ver­schwinden­lassen. Im Gegen­satz zu Artikel 2 Absatz 1 der Dekla­ra­tion von 1992 ist eine pas­sive For­mulierung gewählt wor­den, ohne die Täter und Hand­lun­gen aufzuze­ich­nen. Dies ist deshalb geschehen, weil das Ver­schwinden­lassen in Artikel 2 des Übereinkom­mens eigens definiert wird.

Artikel 1 Absatz 2 schließt sodann jed­wede Recht­fer­ti­gung des Ver­schwinden­lassens expliz­it aus. So kön­nen auch außergewöhn­liche Umstände – namentlich die dort genan­nten – nicht als Recht­fer­ti­gung herange­zo­gen wer­den. Damit übern­immt das Übereinkom­men Artikel 7 der Dekla­ra­tion von 1992 nahezu wörtlich.

 

Artikel 1
(1) Nie­mand darf dem Ver­schwinden­lassen unter­wor­fen wer­den.

(2) Außergewöhn­liche Umstände gle­ich welch­er Art, sei es Krieg oder Kriegs­ge­fahr, innen­poli­tis­che Insta­bil­ität oder ein son­stiger öffentlich­er Not­stand, dür­fen nicht als Recht­fer­ti­gung für das Ver­schwinden­lassen gel­tend gemacht wer­den.